(31.03.26) Man sagt ja immer, man solle sich auf einer Reise auf das Wesentliche konzentrieren. Dass das Schicksal dieses „Wesentliche“ so wörtlich nimmt und mir kurz vor knapp die Beifahrerin aus dem Caravan streicht, war so nicht geplant. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Als ich Maria über Parship kennenlernte, stand mein Plan für die Mongolei-Reise schon dick und fett in meinem Profil. Man könnte fast meinen, Maria hat sich erst in die Route und dann in den Fahrer verliebt. Jetzt, wo es ernst wird, muss die Route ohne sie auskommen – und ich leider auch.
Die Diagnose: Wenn der Rücken „Stopp“ sagt
Seit Anfang dieser Woche herrscht traurige Gewissheit. Was wir als verzögerte Nachreise nach einer Spinalkanal-OP geplant hatten, hat sich als medizinische Unmöglichkeit entpuppt. Erst wurde der OP-Termin verschoben, und dann platzte die Seifenblase der schnellen Genesung: Drei Monate Rekonvaleszenz sind für die Belastungen einer Eurasien-Tour Minimum.
Ohne OP zu reisen, wäre russisches Roulette – und das nicht nur im übertragenen Sinne. Ohne ärztliches Attest greift keine Versicherung. Ein medizinischer Rücktransport aus der Mongolei kostet locker 50.000 bis 100.000 Euro. Dieses finanzielle und gesundheitliche Risiko (wir reden hier von drohenden dauerhaften Schäden) können und wollen wir nicht eingehen.
Warum ich trotzdem starte
Manch einer fragt sich vielleicht: Warum wartest du nicht ein Jahr? Die Antwort ist simpel und ehrlich: Ich bin 60 plus. In diesem Alter schiebt man solche Träume nicht mehr auf die lange Bank, denn niemand garantiert mir, dass ich in einem Jahr noch die Fitness für so eine anspruchsvolle Tour habe. Ein drei Monate späterer Starttermin in diesem Jahr wäre klimatisch eine Katastrophe – wir würden schlichtweg in der Hitze verglühen.
Der silberne Streifen am Horizont
Maria ist verständlicherweise sehr traurig. Sie ist eine so tolle, offenherzige Frau, und ich bin mir sicher, dass sie uns auf den „Menschenwegen“ Türen geöffnet hätte, die für einen Mann mit einer stattlichen Cane-Corso-Hündin vielleicht eher verschlossen bleiben.
Aber es gibt Trost: Maria wird im Juni in Vorarlberg sein, wenn ihr nächstes Enkelkind das Licht der Welt erblickt. Ein Termin, den sie so auf keinen Fall verpassen wird. Und wer weiss? Wenn Tequila und ich gesund zurückkommen, können wir die Reise in einem Jahr vielleicht einfach noch einmal zu dritt angehen.
Ein bisschen Statistik zum Schluss (der Fun-Fakt)
Tequila und ich haben die Lage bereits analysiert und kommen zu einem knallharten Ergebnis:
- Unsere Restnutzlast im Gespann ist plötzlich traumhaft.
- Wir verbrauchen 2/3 weniger Wasser.
- Der Mazda wird dank weniger Gewicht zum Spritspar-Wunder.
- 80% mehr Platz im Kleiderschrank und Kofferraum.
- Leere Badzimmerschränke, ohne Frauen-Kosmetik.
Spass beiseite: Wir werden Maria schrecklich vermissen. Aber die Mongolei ruft, und wir nehmen sie im Herzen (und in täglichen Telefonaten) mit.
Ab morgen rollen die Räder. Ab jetzt heisst es: Zwei Abenteurer, sechs Pfoten, ein Ziel.
Wünsche Dir tolle Erlebnisse, eine gute und sichere Fahrt und schließlich eine gesunde Rückkehr nach Rottweil. Auch für Maria die besten Wünsche und gute Genesung. Grüße aus USA!
Gute Reise lieber Dieter und kommt gesund und voller schöner Erlebnisse und Begegnungen zurück!
Liebe Grüße Nicole & Sieglinde
So schade, daß Maria nicht mit kann, ich hab mich für Euch schon so gefreut. Dann eben Viel Glück und tolle Erlebnisse für Tequila und Dich.