Beschbarmaq, Caravan-Club und Geburtstagstorten: Die noch offenen Menschenwege

(10.07.26) Da ich gerade aufräume, den Wohnwagen für die morgige Abreise vorbereite und gleichzeitig hektisch versuche, den Blog halbwegs aktuell zu bekommen, bleibt vieles vorerst nur als Vormerkung stehen. Das ist kein sauberer literarischer Zustand, aber ein ehrlicher. Um alle Geschichten vollständig fertigzuschreiben, werde ich zu Hause vermutlich noch bis August brauchen. Wir werden sehen. … Weiterlesen

Aus der Sackgasse wird wieder ein Projekt: Mazda, Zollunion und die teuerste Heimreise meines Lebens

(07.07.26 bis 10.07.26) Nach dem emotionalen Tiefpunkt und dem Gedicht wechselte das System wieder in den Modus Projektarbeit. Kein Jammern, keine Nebelwolken, keine philosophische Grossbaustelle. Sachstand erfassen. Variablen benennen. Teillösungen prüfen. Risiken sortieren. Entscheidungen vorbereiten. Der Sachstand am 07.07.26 war nüchtern und zugleich absurd genug für ein Lehrbuch über reale Bürokratie: Am 06.06.26 hatte ich … Weiterlesen

Der Horizont von Alga: Ein Gedicht als Befreiung

(03.07.26) Als sich die Anspannung langsam löste, schrieb ich den Rest meines inneren Drucks aus meiner Seele, aus meinem Bewusstsein und vermutlich auch aus meinem Unterbewusstsein. Nicht als Bericht, nicht als Projektstatus, nicht als Bitte um Hilfe. Sondern als Gedicht. Ich schickte es auf Deutsch und für meine kasachischen und russischen Freunde sowie Beteiligten auf … Weiterlesen

Als die erste Nervensicherung durchbrannte

(02.07.26) An diesem Tag stand ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Nicht im dramatischen Sinn eines theatralischen Zusammenbruchs, sondern in jener nüchternen, technischen Form, in der ein überlastetes System plötzlich merkt: Noch ein ungeplanter Prozess, noch eine unklare Information, noch ein fremdbestimmter Termin, und die Steuerung steigt aus. Ich schrieb ein Rundschreiben an alle Beteiligten meiner … Weiterlesen

Schreibflaute in Algha: Wenn der Kalender leer ist und der Kopf trotzdem voll

(10.07.26) Stillstand und doch keine Langeweile. Fehlender Horizont ohne klare Zeitachse. Hoffnungslosigkeit kam trotzdem nicht auf. Zufriedenheit mit dem, was ich nicht ändern kann, blieb mein Grundgefühl. Und doch brach der Schreibfluss ab. Mehrfach setzte ich an, schrieb einen halben Satz, spürte, dass der innere Motor nicht griff, und hörte wieder auf. Seit Wochen sollten … Weiterlesen

Vom Stadtrat zur kasachischen Steppe: Ein politischer Nachhall – Kommunalpolitik, Minijobs und der Versuch, wieder zum Reiseblog zurückzufinden

(10.07.26) Genug politisiert. Dieser Satz stand vor mir wie eine selbst geschriebene Verkehrsleitbake. Eigentlich wollte ich die letzten Jahre meines Lebens weitgehend aus politischen Themen heraushalten. In meinem Profilbild auf Facebook steht nicht zufällig: „Was kann man Vernünftigeres machen als danach zu streben, so zufrieden zu leben wie es geht, dies zusammen mit seinen Nächsten … Weiterlesen

Warum mich die Minijob-Debatte sogar in Kasachstan einholt

(28.06.26) Exkurs: Eigentlich gehört dieser Text nicht hierher. Eigentlich sollte in einem Reiseblog an dieser Stelle von Kasachstan, Aqtöbe, Algha, Polizei, QazaqGaz, Tequila, Wohnwagenchaos, Gastfreundschaft und jenen Menschen erzählt werden, die mich nach dem Unfall durch eine der kompliziertesten Phasen dieser Reise tragen. Eigentlich. Aber Reisen hat einen unangenehmen Nebeneffekt: Man sieht das eigene Land … Weiterlesen

Ein Traktor nach QazaqGaz: Askar, Dusche, Strom und neues Asyl

08.06.26 Noch während des Abschlusses beziehungsweise Scheiterns der ersten Versöhnungsverhandlung kam der Bürgermeister der Stadt Algha mit einem Freund zu Besuch. Er begrüsste mich, fragte nach allen Unfallbeteiligten und wollte wissen, welche Hilfe ich brauche. Meine Antwort war nicht poetisch, sondern funktional: alle paar Tage Wasser für den Wassertank, damit ich mich waschen kann; alle … Weiterlesen

Zehn Millionen Tenge: Die erste gescheiterte Versöhnung

08.06.26 Am Vormittag des nächsten Tages traf ich mich mit dem Eigentümer des Lada Niva zum ersten Versöhnungsgespräch. Mit dabei war mein Freund Viktor Krüger, in Kasachstan geboren und heute mit deutscher Staatsbürgerschaft in Trossingen lebend. Er war per Videotelefonie als Dolmetscher zugeschaltet. Auf der anderen Seite sass der Vater des Säuglings. Ebenfalls zugeschaltet war … Weiterlesen

Olga, Igor und die erste Welle von Algha

(07.06.26) Der letzte Bericht endete mit dem Bürstner auf der Wiese vor dem Polizeirevier: wirtschaftlicher Totalschaden, aber mit intakter Kabine, innen ein logistisches Schlachtfeld, aussen kasachische Behördenroutine und irgendwo dazwischen Tequila und ich. Die erste Nacht war unruhig, improvisiert und mehr Funktion als Schlaf. Am nächsten Morgen stand der Wohnwagen noch immer dort wie ein … Weiterlesen

Who the fuck is Feuerstein?

(26.06.26) Manchmal weicht man von der Reiseblog-Chronologie ab, weil das Leben gerade ohnehin nicht chronologisch funktioniert. Und manchmal tut man es, weil eine gute Freundin von Maria und mir diesen kleinen, unbezahlten Werbeplatz absolut verdient hat. Ihr Name ist Wally. Mehr verrate ich nicht. Also fast nichts. Das Titelfoto zeigt Bierdeckel. Viele Bierdeckel. Ich habe … Weiterlesen

Update aus Aqtöbe: Schwere Körperverletzung, Prozessrisiko und die späte Wende zur Versöhnung

(26.06.26) Prolepse: Seit dem Unfall auf der A-27 bin ich aus verschiedenen Gründen kaum noch zum geordneten Bloggen gekommen. Das klingt von aussen vielleicht banal, ist es aber nicht. Allein bis das unmittelbare Unfallchaos im Wohnwagen beseitigt war, bis die herumgeflogenen Gegenstände wieder sortiert, die verschmutzten Flächen gereinigt, die Betriebsflüssigkeiten und der Strassendreck aus dem … Weiterlesen

Kasachisches Fernsehen und Schwäbische Zeitung

ASTANA TIMES / ASTANATV: Fernsehbeitrag https://www.youtube.com/watch?v=R5G-qqnjPZ0Artikel https://astanatv.kz/ru/news/170379/ KTK-FERNSEHKANAL:Fernsehbeitrag und Artikel https://www.ktk.kz/ru/news/video/2026/06/09/302152/ Schwarzwälder Bote: Сұхбатты түзету Es gab beim telefonischen Interview mit der deutschen Presse folgende Missverständnisse: Soweit die Richtigstellung des Artikels. 

Totalschaden mit intakter Kabine: Die erste Nacht vor dem Polizeirevier

(06./07.06.2026) Nach der Erstversorgung der Verletzten lief die offizielle, behördliche Maschinerie an, die sich in ihren Grundzügen kaum von einer Unfallaufnahme in Deutschland unterscheidet. Die kasachische Polizei sperrte die A-27 im Unfallbereich für mehrere Stunden einseitig. Es wurde akribisch markiert, vermessen, protokolliert und fotografiert, zudem wurde ein externer Sachverständiger direkt zur Unfallstelle beordert. Für den … Weiterlesen