Erst das Beweisvideo, dann Blätterteig: Der Tag, an dem mich Kasachstans Polizei beschenkte

(14./15.05.26) Willkommen Kasachstan. Willkommen gute Strassen. Nach dem wochenlangen, materialschreddernden Dauerrütteln in Sibirien fühlten sich die nächsten 730 Kilometer auf kasachischem Asphalt wie eine reine Wonne an. Ein völlig neues Fahrgefühl: Geschwindigkeitsregelassistent an, Lenkassistent aktiv, und das Caravan-Gespann glitt einfach dahin. Mein System konnte seit langer Zeit mal wieder in den Entspannungsmodus schalten. Doch die … Weiterlesen

Abgefangen von Gebirgsjägern: Der illegale Grenz-Krimi im Altai-Sperrgebiet

(12./13.05.26) Ich wollte nach den zermürbenden Tagen im Altai-Tal nur noch eines: Fliehen. Raus aus Sibirien, weg von den mörderischen, kaputten Strassen und hinein nach Kasachstan. Zwischen Russland und Kasachstan erstreckt sich eine gigantische, 7.644 Kilometer lange Grenze. Ein schieres Nichts an Steppe und Gebirge, das logistisch präzise bezwungen werden will. Ich fütterte das Navigationssystem … Weiterlesen

Motivation am Ende? Wenn die Strasse zum psychologischen Gegner wird!

(11.05.26 ff.) Drei Nächte und zwei volle Tage musste ich in Ak-Boom stehen bleiben, bis ich wieder halbwegs fahrtauglich war. Die gute Nachricht zuerst: Ich habe den Männerschnupfen überlebt. Weiter ging es trotzdem erst mal nur mit der chemischen Keule aus Paracetamol, Silomat und Dolo-Dobendan. Noch eine Woche später kämpfe ich mit den Nachwehen in … Weiterlesen

Sieg über die Zecken-Invasion am Feiertag

(09.05.26) Nach der Verzweiflung folgte eine wunderbare Begegnung. Fünf junge Menschen aus Novosibirsk – Алёна, Катя, Миша, Дима und Лёша – kamen voller Zecken von einer Wanderung zurück. Wir tranken Kaffee in der Nachmittagssonne und verbrannten gemeinsam die Blutsauger. Mein Kommentar: „Russen und Deutsche haben heute am 9. Mai erfolgreich gegen die Zecken-Invasion gekämpft.“ Das … Weiterlesen

Der Stempel-Krimi, das Maulkorb-Wunder und die Flucht aus Ölgii

(07.05.26) Um 09:30 Uhr durfte ich endlich die erste Schranke passieren. Die Zöllnerinnen an der Einfahrt waren von Tequila sichtlich gerührt. Doch dann begann die bürokratische Arbeit. Ich musste den schweren Hartschalenkoffer und die Baseballtasche in den ersten Stock zum Kofferscann schleppen. Bei der Fahrzeugkontrolle forderte ich den Beamten auf, Einmalhandschuhe aus meinem Bestand anzuziehen, … Weiterlesen

Das Plumpsklo im Nirgendwo und der Point of No Return

(04./05.05.26) Nach dem Zoll erwartete mich ein Zeitsprung. Kasachstan nutzt seit 2024 landesweit eine Einheitszeit (UTC+5), obwohl es geografisch stolze vier Zeitzonen umspannt. An der Grenze war es plötzlich fünf Stunden später als in der Heimat. Mörderische Schlaglöcher und die Rettung durch Timur Die Strassen im Altai sind tückisch. Es gibt Schlaglöcher, die so tief … Weiterlesen

Zwischen Verhör und Freiheit: Das Nippelverbot von Rottweil am russischen Zoll

(04.05.26) Dieser Tag markiert einen Wendepunkt in der Dokumentation von „Menschenwege“. Der Übergang von Kasachstan nach Russland war kein einfacher Grenzübertritt, sondern ein stundenlanger Prozess, der alles forderte: Geduld, technische Nervenstärke und die Bereitschaft, die eigene Privatsphäre komplett offenzulegen. Die kasachische Routine und das Niemandsland Der Ausstieg aus Kasachstan verlief noch nach dem Prinzip der … Weiterlesen

Jurten, Hammelstemmen und eine Mutprobe für den Autisten

(02.05.26) Der 1. Mai stand ganz im Zeichen von Tequilas 3. Geburtstag. Doch die Feierlichkeit wurde von den Strassenverhältnissen gedämpft: Schlaglöcher und Pisten liessen nur 245 Kilometer zu – 150 weniger als am Vortag. Nach einer ruhigen Nacht in der Natur brachte der 2. Mai nach nur 45 Kilometern eine jener Begegnungen, die man nicht … Weiterlesen

Eine Krönung der Gastfreundschaft: Svetlana, Alexey und Karina

(30.04.26) Bloggen, das Reisetagebuch schreiben – das gehört für mich fest zur Reise dazu, genau wie das Tanken, Einkaufen oder die technische Wartung des Gespanns. Es ist ein Prozess der Verarbeitung. Am 30. April war es jedoch viel zu spät dafür. Nach einem intensiven Tag, an dem ich über 400 Kilometer auf der M-36 zurückgelegt … Weiterlesen

Reiseblog: Vitamin D, stumme Zeugen und das Geheimnis von Astana

(30.04.2026) Novoaleksandrovka (nahe Astana) Tequila kennt keine Zeitzonen. Um 6:30 Uhr war die Nacht zu Ende. Mein Plan: Ein kurzes Gassi und dann zurück in die Federn. In der Abgeschiedenheit bei Novoaleksandrovka machte ich mir keine Gedanken über Etikette – ich lief nackt mit Tequila zum nahen Gewässer. 9°C, absolute Windstille, die tiefstehende Sonne brannte … Weiterlesen

Von Panzerpisten und flüssigem Glück: Der Weg nach Terensay

(26.04.26) 270 Kilometer können in Kasachstan eine Ewigkeit sein. Wenn hier ein Warnschild für „unebene Fahrbahn“ am Strassenrand auftaucht, ist das kein dezenter Hinweis, sondern eine Drohung. Die folgenden Teilstrecken erinnerten mich lebhaft an die Panzerstrasse des Übungsplatzes in Stetten am kalten Markt. Dort war ich vor 40 Jahren als Unteroffizier und Wartungsgruppenleiter tätig. Trotz … Weiterlesen

Sonderbeitrag: Nackt gekommen, nackt gegangen

Standort: Monumentalfriedhof bei Bestamak (Kasachstan) Am Strassenrand von Bestamak ragte plötzlich ein Monumentalfriedhof aus der unendlichen Steppe. Es ist ein Ort der steinernen Gegensätze, den ich in einer exemplarischen Collage (Titelbild) festgehalten habe. Die Bilder zeigen die gesamte Bandbreite des Gedenkens:Da ist das schlicht eingezäunte Grab eines Neugeborenen – ein hölzerner Pfosten markiert den kurzen … Weiterlesen

2.000 Tenge und das Kasachische Rätsel

(25.04.26) Standort: Bahor Teehaus (nahe Chromtau) Der Tag begann mit logistischer Präzision. 8:30 Uhr Start, das Ziel: Kilometer fressen Richtung Hauptstadt. Erster Stopp nach 38 km in Kandyagash. An der Helios-Tankstelle passierte das, was mein Gespann oft auslöst: Begeisterung. Der Tankwart wollte unbedingt Fotos vom „CX-E“ und dem Bürstner machen. Service-Level: Maximum. Wasservorrat für Tequila, … Weiterlesen