Der Horizont von Alga: Ein Gedicht als Befreiung

(03.07.26) Als sich die Anspannung langsam löste, schrieb ich den Rest meines inneren Drucks aus meiner Seele, aus meinem Bewusstsein und vermutlich auch aus meinem Unterbewusstsein. Nicht als Bericht, nicht als Projektstatus, nicht als Bitte um Hilfe. Sondern als Gedicht. Ich schickte es auf Deutsch und für meine kasachischen und russischen Freunde sowie Beteiligten auf … Weiterlesen

Als die erste Nervensicherung durchbrannte

(02.07.26) An diesem Tag stand ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Nicht im dramatischen Sinn eines theatralischen Zusammenbruchs, sondern in jener nüchternen, technischen Form, in der ein überlastetes System plötzlich merkt: Noch ein ungeplanter Prozess, noch eine unklare Information, noch ein fremdbestimmter Termin, und die Steuerung steigt aus. Ich schrieb ein Rundschreiben an alle Beteiligten meiner … Weiterlesen

Schreibflaute in Algha: Wenn der Kalender leer ist und der Kopf trotzdem voll

(10.07.26) Stillstand und doch keine Langeweile. Fehlender Horizont ohne klare Zeitachse. Hoffnungslosigkeit kam trotzdem nicht auf. Zufriedenheit mit dem, was ich nicht ändern kann, blieb mein Grundgefühl. Und doch brach der Schreibfluss ab. Mehrfach setzte ich an, schrieb einen halben Satz, spürte, dass der innere Motor nicht griff, und hörte wieder auf. Seit Wochen sollten … Weiterlesen

Wie ein Kaffee in Kara-Balta die digitale Übersetzungs-App überflüssig machte

(26.05.26) Die mangelhafte Qualität des eurasischen Fernstrassennetzes – mit einem unbestreitbaren Tiefpunkt in den Kraterlandschaften Sibiriens – hat mein mathematisch kalkuliertes Zeitfenster um ca. zwei Wochen dezimiert. Die Konsequenz: Der Exkurs in die Mongolei wurde nach dem Erreichen von Ölgii rigoros abgebrochen. Da die anschliessende Passage vom Altai über Almaty nach Kasachstan und Kirgisistan hocheffizient … Weiterlesen

Jurten, Hammelstemmen und eine Mutprobe für den Autisten

(02.05.26) Der 1. Mai stand ganz im Zeichen von Tequilas 3. Geburtstag. Doch die Feierlichkeit wurde von den Strassenverhältnissen gedämpft: Schlaglöcher und Pisten liessen nur 245 Kilometer zu – 150 weniger als am Vortag. Nach einer ruhigen Nacht in der Natur brachte der 2. Mai nach nur 45 Kilometern eine jener Begegnungen, die man nicht … Weiterlesen

Stille am Lost Place – Die Rückkehr zum Ich

(21.04.26) Standort: Verlassene Pumpstation, Kalmückien Ruhe. Leerer Kopf. Keine Internetverbindung. Filterkaffee. Schwarzwälder Waldbeeren-G’sälzbrot. Ich wachte heute an einem Ort auf, welchen die Zeit angehalten hat. Hinter einem verlassenen Werkstattgebäude, vermutlich eine alte Pumpstation. Eine Tür stand offen 😉 und ich sah Dokumente, Arbeitskleidung und einen Kalender von 2018. Es wirkt, als hätten die Arbeiter alles … Weiterlesen

Teil 8: Margarita und die GPS-Finsternis

Nach 17 Stunden verliess ich den Zollbereich als freier Mann. Tequila war die Tapferkeit in Person: Kein Malheur im Auto, keine Kratzspuren. Nun galt es, die russische Versicherung (OSAGO) und Rubel zu organisieren. Blindflug nach Wladikawkas Ich suchte Wechselstuben – nichts. Ich fand die Versicherungsagentur von Margarita. Sie war ausgesprochen freundlich, kompetent und rechnete mir … Weiterlesen

Teil 3: Stolz auf den Sohn – Asperger als Stärke

Anfangs sah ich es kritisch, dass mein Sohn Benjamin F., ebenfalls Asperger (es ist vererbbar), evangelische Theologie auf Pfarramt studiert. Ich dachte, ein Pfarrer braucht Empathie hoch drei. Doch nach logischer Reflexion: Wir können emotional betroffenen Menschen helfen, weil wir rational bleiben und uns nicht mit herunterziehen lassen. Es braucht zudem projektstarke Pfarrer für grosse … Weiterlesen

Teil 2: Diagnose Asperger – Eine Gebrauchsanweisung

Gute Freunde muss man sich als Asperger besonders erarbeiten. Das gelingt erst richtig mit einer Diagnose. Ob man danach Hilfe annimmt oder sich selbst beliest, spielt keine Rolle – die logische Fähigkeit hilft uns, uns Wissen schnell zu erarbeiten. Meine hauptsächliche Behinderung ist, dass ich keine empathischen Antennen für negative Gefühle meines Umfeldes habe. Ich … Weiterlesen

Die Realität hat Schlaglöcher: Von Babs, Sandblechen und 11 Stunden Stillstand

(16.04.26 – Nachtrag aus dem Grenz-Niemandsland) Nachdem ich gestern den Parkplatz beim Beratungszentrum geräumt hatte, galt die erste Sorge wie immer Tequila: Gassi, Füttern, dann Systemcheck. Mein Ziel für den Tag war klar: Das Jvari-Kloster. Nicht nur wegen des „Adlerhorst-Blicks“, sondern als strategischer Treffpunkt für eine ganz besondere „Menschenwege-Begegnung“. Die Sandblech-Mission Dort am Jvari-Kloster traf … Weiterlesen

Die zwei Gesichter der Türkei: Von Hightech-Glanz und Strassendreck

(12.04.26) Nach inzwischen über 560 Kilometern auf türkischem Boden drängt sich mir ein Vergleich auf, den ich so nicht im Fokus hatte. Es ist ein Land der extremen Gegensätze. Mein subjektiver Eindruck: Dort, wo die Türkei „Top“ ist – bei der modernen Infrastruktur, der Sauberkeit der Raststationen und der Effizienz der Gastronomie – kann Deutschland … Weiterlesen