Feierabend am Terek: Ruhe vor dem tschetschenischen Checkpoint-Marathon

(18.04.2026) Nachdem ich heute von 8 Uhr morgens bis jetzt fast ununterbrochen recherchiert, analysiert und gebloggt [Zum Inhaltsverzeichnis des Wochenend-Special] habe, ziehe ich für heute den Stecker. Die 17-Stunden-Odyssee ist verarbeitet, die „Schwerstarbeit“ am Laptop getan. Zwischendurch gab es Lichtblicke: Zwei Videocalls mit Maria – beim zweiten war sie bereits wieder in ihren eigenen vier Wänden. Das Wissen, dass sie sicher zu Hause ist, lässt mich hier im Nirgendwo am Fluss Terek ruhig schlafen.

Der Plan für den Abend

Mein „Frühstück“ findet heute um 20 Uhr Ortszeit statt. Ich suche den Kühlschrank nach Resten ab, telefoniere gleich noch einmal mit Maria und streame mir dann die Heute Show von gestern Abend. Mein Datenvolumen ist grosszügig und reicht locker bis zum Monatsende – ein kleines Stück deutsche Satire als Kontrastprogramm zur kaukasischen Realität.

Marschbefehl für morgen

Morgen früh wird nicht gebloggt. Der Fokus liegt allein auf der Strasse. Mein erstes Ziel im Navi: Chassawjurt.

Warum Chassawjurt? Diese Stadt markiert den Punkt, an dem ich das streng kontrollierte Tschetschenien verlassen und Dagestan betreten werde. In Tschetschenien bleibt die Dashcam im Schrank; ich will unter keinen Umständen riskieren, dass eine Kamera an den zahlreichen Checkpoints als Spionagewerkzeug missverstanden wird. Einem Verhör beugt man am besten vor, indem man gar nicht erst auffällt.

Und sollte das russische Militär das GPS wieder im Blindflug-Modus stören: Ich habe die klassische Strassenkarte von Russland und einen analogen Kompass auf dem Beifahrersitz liegen. Ja, ich kann damit umgehen! Die Technik mag versagen, die logische Orientierung nicht.

Gute Nacht vom Ufer des Terek in Nordossetien-Alanien

Schreibe einen Kommentar