(03.04.26) Hier stehe ich nun, am ruhigen Ufer der Uba in Schemonaicha. Es ist kurz vor der Mittagszeit, und die Stille am Wasser ist genau das, was ich nach dem „Tsunami der Gastfreundschaft“ der letzten Tage brauchte. Dieser Platz ist kein Zufall, sondern ein funktionaler Rückzugsort.
Das Reisetagebuch ist nun auf dem aktuellen Stand. Die drei Artikel dokumentieren den Kontrast dieser Reise: Von der technischen Havarie am Wasserhahn über die tiefgreifende menschliche Wärme in Shiderty bis hin zur farbenfrohen Wucht des Festes in Bulak.
Der Status Quo vor dem Aufbruch:
Die „Reisehausaufgaben“ sind abgeschlossen. Die Entscheidung gegen die vermeintlich kürzere Route über Ridder ist gefällt. Die Logik hat über das Abenteuer-Experiment gesiegt. Ich weiss jetzt, dass mich der Weg über die nördliche Route 1 sicher und legal über die Grenze bringen wird. Ein Umkehrpunkt an einem bilateralen Grenzübergang hätte nicht nur Zeit gekostet, sondern auch meine psychischen Ressourcen unnötig strapaziert.
Technik & Crew:
- Der Wasserhahn: Er bleibt defekt. Die Provisorien halten das System unter Kontrolle, solange die Pumpe aus bleibt. Die Suche nach einer Werkstatt auf dem Weg ist Teil des nächsten Prozessschrittes.
- Tequila: Sie hat die hunderte Streicheleinheiten und Fotosessions in Bulak mit der ihr eigenen Souveränität weggesteckt. Jetzt geniesst sie die kühle Brise am Fluss, bevor es wieder in den Mazda geht.
- Verpflegung: Die Geschenke von Svetlana und die Eindrücke von den Fest-Jurten sind verstaut.
Ausblick:
In wenigen Minuten wird das Gespann wieder in Bewegung gesetzt. Der Motor des Mazda CX-„E“ wird warmgelaufen, die Checkliste am Bürstner ist abgehakt. Das nächste Ziel ist die Grenze bei Mikhaylovka. Ich verlasse Schemonaicha mit einem klaren Kopf und einer präzisen Route.
Kasachstan hat mich gefordert und reich beschenkt. Jetzt wartet der Altai und dahinter die Mongolei. Die Reise geht weiter, Schritt für Schritt, Kilometer für Kilometer, logisch und konsequent.
Wir sehen uns auf der anderen Seite der Grenze.
Hallo Dieter,
Ich hoffe es klappt alles gut mit dem Grenzübergang.
Alles Gute weiterhin