(16.04.26, 7:00 Uhr) Mitten in der Nacht, irgendwo zwischen der kalten georgischen Erde und dem tiefen Schlaf der Erschöpfung, geschah es: Mein Begleiter, ein schneeweisser Igel mit einem leuchtend roten Entenschnabel und ebenso roten Füssen, ist mir entwischt.
Es klingt absurd, doch in diesem Moment war es die dringlichste Mission meiner Reise. Die Suche dauerte Stunden, zog sich durch surreale Landschaften, die weder nach Türkei noch nach Georgien aussahen. Ich habe mittlerweile sogar die Pfadfinder eingeschaltet; sie durchkämmen das Unterholz meiner Gedanken, während ich hier am Steuer des Mazda sitze.
Doch statt des flüchtigen Exoten fand ich etwas anderes: einen winzigen, etwa daumengrossen Babyigel derselben Art. Ein schneeweisses Bündel mit rotem Schnabelchen, das kläglich nach „Papa“ rief und sich sofort wieder im Dickicht versteckte, sobald ich mich bewegte. Die Suche nach dem grossen Weissen dauert an. Ich bin gespannt, wie diese Geschichte in der kommenden Nacht weitergeht – ob die Pfadfinder fündig werden oder ob der kleine Rufer mich zum Ziel führt.