Sauna statt Strecke: Boxenstopp für das Nervenkostüm

(10.04.26) Eigentlich wollte ich heute schon wieder Kilometer fressen. Doch nach dem gestrigen Technik-Krimi sagte mein Körper unmissverständlich: „Stopp!“

Obwohl die AdBlue-Geschichte gelöst ist, war ich innerlich total platt. Ich habe realisiert, dass unter der Oberfläche ständig der Gedanke an einen Reiseabbruch mitgefahren ist – ein echter Energieräuber. Erst nach einer Flasche Wein, einem guten Vesper und einer schlaflosen Nacht bis 5 Uhr morgens war klar: Ich verlängere in Plovdiv.

Der Tag stand ganz im Zeichen des „Entschleunigens“. Langsam aufstehen, das Gespann aufräumen und dann das volle Verwöhnprogramm im Glamping Alliance Hotel: Pool mit Massagedüsen, Dampfbad und Sauna. Tequila hat währenddessen versucht, sich mit dem 13-jährigen Rüden der Nachbarn anzufreunden – doch die junge Dame war dem gesetzten Herrn dann doch etwas zu stürmisch. Camper-Smalltalk inklusive; das Netz der „Menschenwege“ knüpft sich hier fast von selbst.

Über die tieferen Hintergründe dieser mentalen Erschöpfung habe ich mir heute einige Gedanken gemacht, die ihr hier nachlesen könnt: [Link zu: Gedanken von Dieter].

Und jetzt? Jetzt kommt der ironische Bruch. Nachdem ich mich gestern noch über den europäischen Einheitsbrei ausgelassen habe, mache ich heute genau was? Richtig: Ich gehe in den nächsten LiDL einkaufen. Warum? Weil man da wenigstens europaweit weiss, wo die Butter steht! 😉 Manchmal ist ein bisschen „Heimat-Einheitsbrei“ eben doch Balsam für den gestressten Reisenden. Hat LiDL überhaupt einen Dosenöffner!?

Morgen lasse ich Europa endgültig hinter mir. Der Bosporus ruft, und Asien wartet. Ich bin bereit, mich den dortigen Gepflogenheiten anzupassen – aber heute geniesse ich noch einmal die vertraute Anordnung der Regale sowie nochmals vor dem Zubettgehen die Sauna.

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