Nach ca. drei Stunden Kampf gegen den Schlaf im Stau erreichte ich endlich die erste Kontrollstelle des russischen Zolls. Was zunächst wie eine Routinekontrolle aussah, wurde schnell zu einer Lektion in Gründlichkeit.
Die Schmerz-Strategie: Logik vor Risiko
Ein kritischer Punkt meiner Vorbereitung war die Reiseapotheke. Wegen meiner Arthrose-Knie und dem Morbus Bechterew hatte ich mir Tramadol verschreiben lassen – ein Opioid. Meine Recherchen hatten mich jedoch gewarnt: In vielen Ländern Eurasiens müssen solche Mittel zwingend im „Red Channel“ angemeldet werden. Wer das versäumt, riskiert eine Inhaftierung wegen Drogenschmuggels.
Obwohl ich alle Atteste und Beglaubigungen des Gesundheitsamtes bekommen hätte, entschied ich mich gegen das Risiko. Ich wollte keine Strafe oder gar eine Zelle von innen sehen. Also muss Diclofenac reichen. Zum Glück bin ich extrem schmerzunempfindlich. Ich kann Schmerz als gegeben annehmen und er ist für mich quasi „weg“. Ich kann Schmerzen sogar wegschlafen; sie hindern mich nicht an der Regeneration. Es geht also auch ohne die harten Brocken.
Die Durchsuchung: Behutsamkeit trifft auf Kurzschwerter
Die russischen Beamten waren sehr freundlich, aber sie nahmen ihren Job ernst. Der Mazda wurde komplett gecheckt, inklusive Motorhaube und dem Raum unter der Kofferraummatte, wo mein Ersatzrad und die Bergeausrüstung liegen. Tequila begegneten sie mit einer Mischung aus Respekt und sichtbarer Tierliebe.
Dann ging es in den Wohnwagen. Zwei Beamte begleiteten mich hinein. Das Hubbett musste ich herunterlassen, sogar unter die Matratze wurde geschaut (ein wenig logisches Versteck, wie ich finde). Sie prüften das Badezimmer, die Schränke, hoben Decken und Kissen der Rundsitzgruppe an. Besonders positiv fiel mir auf, wie behutsam sie in meinen drei Vorratskörben wühlten. Das war respektvoll und angenehm – danke dafür.
Und dann kam der Moment: Die Besteckschublade ging auf. Darin lag auf voller Breite mein „Crocodile Dundee“-Messer (siehe Titelbild). Der Beamte nahm es heraus, zog das Kurzschwert aus der Holzscheide und legte es auf die Arbeitsplatte. Einen Moment hielt ich den Atem an. Ich fühlte mich „erwischt“. Doch nichts geschah. Er legte es beiseite, wir gingen wieder raus, ich öffnete die Aussenklappen, und das war es. Puh!
Hy Dieter, Ich bin ziemlich froh, dass das mit dem Messer geklappt hat und dass Du das mit dem Medikament gelassen hast und so Probleme vermeiden konntest.
Weiterhin gute und schöne Begegnungen
Liebe Grüße von Jutta
Hy Dieter,
So bereichernd , Deine Begnung mit Margarita.
Unglaublich wie Du in die Tiefe der Menschen kommst. Ich bin begeistert, wie Du mit allem umgehst.
Liebe, Liebe Grüße von Jutta