(14.04.2026) Ich stehe hier an meinem letzten Schlafplatz in der Türkei, direkt an einer wunderschönen, neuen Parkanlage mit Picknickhäuschen am Meer. Es ist so vieles im Entstehen, so vieles wird mit Mühe aufgebaut. Doch kaum dreht man sich um, blickt man auf Berge von Müll und Zigarettenkippen.
Es macht mich ratlos. Eure Regierung und Verwaltung stellen wirklich überall öffentliche Müllbehälter zur Verfügung. Noch nie auf meiner bisherigen Reise war es für mich als Camper so einfach, meinen (bewusst gering gehaltenen) Müll fachgerecht zu entsorgen. Und dennoch fliegt der Dreck einfach dorthin, wo man gerade steht oder geht.
An fast jedem Haus, an jedem Platz weht eure Nationalflagge – ihr seid zu Recht stolz auf euer Land. Doch gehört zu diesem Stolz nicht auch, das eigene Land sauber zu halten? In mir regt sich da wohl der Geist der schwäbischen Kehrwoche: Stolz zeigt sich für mich nicht nur in der Flagge am Mast, sondern auch im Respekt vor dem Boden, auf dem man steht.
Ein konstruktiver Vorschlag zum Schluss: Wie wäre es eigentlich mal mit einer gross angelegten, nationalen „Landputzede“? Ein ganzes Wochenende, an dem alle Türken gemeinsam anpacken und ihr Land von diesem unnötigen Müll befreien.Wenn dieser Stolz, den ihr mit euren Flaggen zeigt, in eine gemeinsame Aktion für die Sauberkeit eurer Heimat fliessen würde, wäre die Türkei nicht nur technologisch und menschlich, sondern auch optisch in der absoluten Weltspitze. Es braucht kein Geld, nur den Willen, den eigenen Boden so zu achten wie die eigene Fahne.
Mega genial formuliert und auf den Punkt gebracht.
Kannst du ja nach deiner Heimkehr an den türkischen Botschafter senden.
Mit großem Respekt vor deiner Formulierungskunst
Karl Heinz