Zwischen Bestamak und Astana: Die Suche nach der nackten Ehrlichkeit

1. Der steinerne AuslöserGestern, auf dem Weg nach Astana, hielt ich am Monumentalfriedhof von Bestamak. Die prunkvollen Gräber junger Frauen und die ockerfarbenen Kuppeln gegen den weiten Horizont haben mich fasziniert. Doch hinter den 105 Fotos (siehe Polarsteps), die ich dort machte, verbirgt sich eine tiefere Frage: Was bleibt am Ende vom Menschen übrig? 2. … Weiterlesen

Sonderbeitrag: Nackt gekommen, nackt gegangen

Standort: Monumentalfriedhof bei Bestamak (Kasachstan) Am Strassenrand von Bestamak ragte plötzlich ein Monumentalfriedhof aus der unendlichen Steppe. Es ist ein Ort der steinernen Gegensätze, den ich in einer exemplarischen Collage (Titelbild) festgehalten habe. Die Bilder zeigen die gesamte Bandbreite des Gedenkens:Da ist das schlicht eingezäunte Grab eines Neugeborenen – ein hölzerner Pfosten markiert den kurzen … Weiterlesen

2.000 Tenge und das Kasachische Rätsel

(25.04.26) Standort: Bahor Teehaus (nahe Chromtau) Der Tag begann mit logistischer Präzision. 8:30 Uhr Start, das Ziel: Kilometer fressen Richtung Hauptstadt. Erster Stopp nach 38 km in Kandyagash. An der Helios-Tankstelle passierte das, was mein Gespann oft auslöst: Begeisterung. Der Tankwart wollte unbedingt Fotos vom „CX-E“ und dem Bürstner machen. Service-Level: Maximum. Wasservorrat für Tequila, … Weiterlesen

Das „Dieter“-System: Überlebensstrategie für die „echt öffentliche“ Toilette

(25.04.26) Nach dem Route-66-Sonnenuntergang gestern Abend folgt die harte Realität der A 27. … (Fortsetzung unter den Bildern) … Wer die kasachische Steppe bereist, begegnet früher oder später dem Betonhäuschen mit den zwei Löchern und der fehlenden Tür. In der Hocke, den Blick direkt in die Augen des Nebenmanns gerichtet, zählt nur eines: Strukturierte Vorbereitung. … Weiterlesen

Der Blick nach vorn – Astana und die Leere

(24.04.26) Die Planung für die nächsten Tage steht. Ich steuere auf die Region Astana zu. 🧬 Hintergrund: Astana / Nur-SultanDie Hauptstadt wurde 2019 zu Ehren des Ex-Präsidenten in „Nur-Sultan“ umbenannt, erhielt aber 2022 ihren alten Namen „Astana“ (was schlicht „Hauptstadt“ bedeutet) zurück. Eine futuristische Stadt inmitten der Leere. Mit nur 350 km Tankreichweite wird das eine … Weiterlesen

Steppenhexen und die Stille der Toten

(23.04.16) Der Morgen auf dem Meeresgrund begann naturistisch: Ein Nacktspaziergang mit Tequila in totaler Isolation. Doch der einsetzende Regen trieb mich zurück. Die Angst, im nassen Sandboden steckenzubleiben, war zu gross. Die Fahrt Richtung Atyrau war geprägt von kerzengeraden Schnellstrassen. Im Gegensatz zu Russland sind die Strassen hier erstklassig – 100 km/h mit dem Gespann … Weiterlesen

Schmugglerpfade & Die Flucht des Meeres

(22.04.26) „Meeresboden“ des Kaspischen Meeres Die weitere Reise nach Kasachstan war anspruchsvoll. Zuerst die mautpflichtige Pontonnyy Most – eine schwimmende Stahlbrücke aus sowjetischen Zeiten, die unter dem Gewicht des 1,6t-Bürstners bedrohlich ächzte. An der Grenze erlebte ich eine Stempel-Jagd par excellence: Ein kasachischer Grenz-Schäferhund war weniger charmant: Er griff Tequila durch das Fenster an und hinterliess Kratzer … Weiterlesen

Der Lehm-Morgen & Das kasachische Sauberkeits-Wunder

(24.04.26) Standort: Zharly, Gasthaus Askhana Ruhe sieht anders aus. Wir wachten bei Regen auf. Was gestern wie harter Sand aussah, hat sich über Nacht in klebrigen Lehm verwandelt. Tequila und ich versuchten den Sprint zum Mazda, doch der Lehm war schneller. Das Ergebnis: Plateau-Sohlen aus Schlamm unter den Schuhen und Klumpen an den Pfoten. Tequila … Weiterlesen

Gestrandet an der Wolga: Wenn die Reserve nicht reicht

(21.04.26) Die Kalkulation in Lagan war präzise – dachte ich. Die letzten Rubel wurden in Diesel investiert, die Reichweitenreserve sollte bis zur ersten Tankstelle hinter der kasachischen Grenze reichen. 60 Kilometer Puffer. Eine solide Rechnung, wäre da nicht der Faktor Mensch vs. Technik. Ohne GPS und mobiles Internet fuhr ich rund 40 Kilometer rein nach … Weiterlesen

Stille am Lost Place – Die Rückkehr zum Ich

(21.04.26) Standort: Verlassene Pumpstation, Kalmückien Ruhe. Leerer Kopf. Keine Internetverbindung. Filterkaffee. Schwarzwälder Waldbeeren-G’sälzbrot. Ich wachte heute an einem Ort auf, welchen die Zeit angehalten hat. Hinter einem verlassenen Werkstattgebäude, vermutlich eine alte Pumpstation. Eine Tür stand offen 😉 und ich sah Dokumente, Arbeitskleidung und einen Kalender von 2018. Es wirkt, als hätten die Arbeiter alles … Weiterlesen

Die „Kleine Mongolei“ und das Paradox der Papierhalme

(20.04.26) Standort: Kalmückien (Region Lagan) Nach der rütteligen Nacht wollte ich ausbrechen. Tausende Kilometer islamisch geprägte Architektur lagen hinter mir. Ich wollte mich neu erden und fuhr nach Kalmückien, in die „Kleine Mongolei“. Hier herrscht der Buddhismus, ein kulturelles Überbleibsel der oiratischen Einwanderer aus dem 17. Jahrhundert. In Lagan suchte ich den 12,5 Meter hohen … Weiterlesen

Die Rüttel-Folter und das Texas von Tschetschenien

(09.04.26) Standort: Nahe der tschetschenischen Grenze Nach dem 17-Stunden-Zollkrimi an der Grenze brach ich früh vom Ufer des Terek auf. Das Ziel: Strecke machen und Frühstücken. Doch wer in dieser Region mit einem Caravan-Gespann unterwegs ist, ist ein Exot. Die Checkpoints ziehen mich magisch an; drei Kontrollen waren es allein am Vormittag. 20 km östlich … Weiterlesen

Feierabend am Terek: Ruhe vor dem tschetschenischen Checkpoint-Marathon

(18.04.2026) Nachdem ich heute von 8 Uhr morgens bis jetzt fast ununterbrochen recherchiert, analysiert und gebloggt [Zum Inhaltsverzeichnis des Wochenend-Special] habe, ziehe ich für heute den Stecker. Die 17-Stunden-Odyssee ist verarbeitet, die „Schwerstarbeit“ am Laptop getan. Zwischendurch gab es Lichtblicke: Zwei Videocalls mit Maria – beim zweiten war sie bereits wieder in ihren eigenen vier … Weiterlesen

Teil 8: Margarita und die GPS-Finsternis

Nach 17 Stunden verliess ich den Zollbereich als freier Mann. Tequila war die Tapferkeit in Person: Kein Malheur im Auto, keine Kratzspuren. Nun galt es, die russische Versicherung (OSAGO) und Rubel zu organisieren. Blindflug nach Wladikawkas Ich suchte Wechselstuben – nichts. Ich fand die Versicherungsagentur von Margarita. Sie war ausgesprochen freundlich, kompetent und rechnete mir … Weiterlesen