Reiseblog: Vitamin D, stumme Zeugen und das Geheimnis von Astana

(30.04.2026) Novoaleksandrovka (nahe Astana) Tequila kennt keine Zeitzonen. Um 6:30 Uhr war die Nacht zu Ende. Mein Plan: Ein kurzes Gassi und dann zurück in die Federn. In der Abgeschiedenheit bei Novoaleksandrovka machte ich mir keine Gedanken über Etikette – ich lief nackt mit Tequila zum nahen Gewässer. 9°C, absolute Windstille, die tiefstehende Sonne brannte … Weiterlesen

Stillstand, Struktur und Steppenglück: Rehabilitation bei Qostanai

(28. April 2026) Parkplatz bei Qostanai (Koordinaten: 53.121907, 63.603058) Status: 700 km bis Astana Ruhe- und Rehabilitationstag Gestern gab es keinen Blogbeitrag. Der Grund war schlichte Effizienz: Von morgens bis abends gab es nur Strasse und Tankstellen. Kein Unterhaltungswert, keine nennenswerten Begegnungen – reiner Transit. Doch heute schalten wir bewusst einen Gang zurück. Der Camper-Alltag verlangt … Weiterlesen

Der Pannenkrimi: Wenn die Steppe das Gespann zerlegt

(27.04.26) Unterwegs Richtung Astana Die Serie reisst nicht ab. Nach AdBlue-Sorgen in Bulgarien, Steckdosen-Schrott in der Türkei und Kabelsalat in Dagestan fordert die kasachische Piste nun Tribut in drei neuen Akten. Wer glaubt, eine Mongolei-Tour sei nur Urlaub, sollte sich diese Liste anschauen: Akt 1: Die Schraube im Fleisch Auf einem Parkplatz kam der dezente … Weiterlesen

⚡ Blitzlicht: Die hauseigene Kreislaufwirtschaft

(27.04.26) Guten Morgen aus der kasachischen Steppe! Wer dachte, Mülltrennung sei kompliziert, kann hier noch was lernen. Das Gelände ist tipptopp sauber – Ordnung muss sein. Um jedoch CO2-intensive Transportwege zu sparen, wird die hauseigene „Hochtemperatur-Verwertungsanlage“ genutzt: Eine Grube hinter dem Haus, in der Kunststoffreste direkt vor Ort thermisch veredelt werden. Unterstützt wird das System … Weiterlesen

Von Panzerpisten und flüssigem Glück: Der Weg nach Terensay

(26.04.26) 270 Kilometer können in Kasachstan eine Ewigkeit sein. Wenn hier ein Warnschild für „unebene Fahrbahn“ am Strassenrand auftaucht, ist das kein dezenter Hinweis, sondern eine Drohung. Die folgenden Teilstrecken erinnerten mich lebhaft an die Panzerstrasse des Übungsplatzes in Stetten am kalten Markt. Dort war ich vor 40 Jahren als Unteroffizier und Wartungsgruppenleiter tätig. Trotz … Weiterlesen

Zwischen Bestamak und Astana: Die Suche nach der nackten Ehrlichkeit

1. Der steinerne AuslöserGestern, auf dem Weg nach Astana, hielt ich am Monumentalfriedhof von Bestamak. Die prunkvollen Gräber junger Frauen und die ockerfarbenen Kuppeln gegen den weiten Horizont haben mich fasziniert. Doch hinter den 105 Fotos (siehe Polarsteps), die ich dort machte, verbirgt sich eine tiefere Frage: Was bleibt am Ende vom Menschen übrig? 2. … Weiterlesen

Sonderbeitrag: Nackt gekommen, nackt gegangen

Standort: Monumentalfriedhof bei Bestamak (Kasachstan) Am Strassenrand von Bestamak ragte plötzlich ein Monumentalfriedhof aus der unendlichen Steppe. Es ist ein Ort der steinernen Gegensätze, den ich in einer exemplarischen Collage (Titelbild) festgehalten habe. Die Bilder zeigen die gesamte Bandbreite des Gedenkens:Da ist das schlicht eingezäunte Grab eines Neugeborenen – ein hölzerner Pfosten markiert den kurzen … Weiterlesen

2.000 Tenge und das Kasachische Rätsel

(25.04.26) Standort: Bahor Teehaus (nahe Chromtau) Der Tag begann mit logistischer Präzision. 8:30 Uhr Start, das Ziel: Kilometer fressen Richtung Hauptstadt. Erster Stopp nach 38 km in Kandyagash. An der Helios-Tankstelle passierte das, was mein Gespann oft auslöst: Begeisterung. Der Tankwart wollte unbedingt Fotos vom „CX-E“ und dem Bürstner machen. Service-Level: Maximum. Wasservorrat für Tequila, … Weiterlesen

Das „Dieter“-System: Überlebensstrategie für die „echt öffentliche“ Toilette

(25.04.26) Nach dem Route-66-Sonnenuntergang gestern Abend folgt die harte Realität der A 27. … (Fortsetzung unter den Bildern) … Wer die kasachische Steppe bereist, begegnet früher oder später dem Betonhäuschen mit den zwei Löchern und der fehlenden Tür. In der Hocke, den Blick direkt in die Augen des Nebenmanns gerichtet, zählt nur eines: Strukturierte Vorbereitung. … Weiterlesen

Der Blick nach vorn – Astana und die Leere

(24.04.26) Die Planung für die nächsten Tage steht. Ich steuere auf die Region Astana zu. 🧬 Hintergrund: Astana / Nur-SultanDie Hauptstadt wurde 2019 zu Ehren des Ex-Präsidenten in „Nur-Sultan“ umbenannt, erhielt aber 2022 ihren alten Namen „Astana“ (was schlicht „Hauptstadt“ bedeutet) zurück. Eine futuristische Stadt inmitten der Leere. Mit nur 350 km Tankreichweite wird das eine … Weiterlesen

Steppenhexen und die Stille der Toten

(23.04.16) Der Morgen auf dem Meeresgrund begann naturistisch: Ein Nacktspaziergang mit Tequila in totaler Isolation. Doch der einsetzende Regen trieb mich zurück. Die Angst, im nassen Sandboden steckenzubleiben, war zu gross. Die Fahrt Richtung Atyrau war geprägt von kerzengeraden Schnellstrassen. Im Gegensatz zu Russland sind die Strassen hier erstklassig – 100 km/h mit dem Gespann … Weiterlesen

Schmugglerpfade & Die Flucht des Meeres

(22.04.26) „Meeresboden“ des Kaspischen Meeres Die weitere Reise nach Kasachstan war anspruchsvoll. Zuerst die mautpflichtige Pontonnyy Most – eine schwimmende Stahlbrücke aus sowjetischen Zeiten, die unter dem Gewicht des 1,6t-Bürstners bedrohlich ächzte. An der Grenze erlebte ich eine Stempel-Jagd par excellence: Ein kasachischer Grenz-Schäferhund war weniger charmant: Er griff Tequila durch das Fenster an und hinterliess Kratzer … Weiterlesen

Der Lehm-Morgen & Das kasachische Sauberkeits-Wunder

(24.04.26) Standort: Zharly, Gasthaus Askhana Ruhe sieht anders aus. Wir wachten bei Regen auf. Was gestern wie harter Sand aussah, hat sich über Nacht in klebrigen Lehm verwandelt. Tequila und ich versuchten den Sprint zum Mazda, doch der Lehm war schneller. Das Ergebnis: Plateau-Sohlen aus Schlamm unter den Schuhen und Klumpen an den Pfoten. Tequila … Weiterlesen

Gestrandet an der Wolga: Wenn die Reserve nicht reicht

(21.04.26) Die Kalkulation in Lagan war präzise – dachte ich. Die letzten Rubel wurden in Diesel investiert, die Reichweitenreserve sollte bis zur ersten Tankstelle hinter der kasachischen Grenze reichen. 60 Kilometer Puffer. Eine solide Rechnung, wäre da nicht der Faktor Mensch vs. Technik. Ohne GPS und mobiles Internet fuhr ich rund 40 Kilometer rein nach … Weiterlesen